5.4 Kinder sind die neuen Internet-Optimisten

Kinder haben zwar oft eine recht fantasiereiche Vorstellung von dem, was in Zukunft durch das Internet möglich sein könnte (z. B. „Zeitreisen“), sind aber gleichsam überzeugt von einer Online-Zukunft: 82 Prozent der befragten 9- bis 13-Jährigen stimmen der Aussage „voll und ganz“ oder „eher“ zu, dass es in Zukunft nicht mehr möglich sein wird, komplett offline zu sein. Bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind es zum Vergleich nur jeweils 70 bzw. 71 Prozent. Die detaillierte Alterskurve zeigt, dass dieser Optimismus am deutlichsten mit zwölf Jahren empfunden wird: Immerhin 52 Prozent der Kinder in diesem Alter glauben daran, dass ein Leben ohne Internet in Zukunft nicht mehr möglich sein wird.

Zukünftige Bedeutung des Internets

Zukünftige Bedeutung des Internets

„Es wird noch spannender werden, es wird noch mehr kommen im Internet. Am Ende können wir alles in die Luft projizieren, und ich denk‘, dass das Internet sehr wichtig werden wird, auch für mich. Also ich glaub‘ daran, dass man später in die Zukunft reisen kann, Reisen in die Zukunft oder die Gegenwart oder die Vergangenheit. Ich glaub‘ daran wirklich.“ (9-13 Jahre, m)

„Also ich glaube, dass Internet wichtiger wird, weil schon heutzutage auch keine Jobs mehr ohne möglich sind. Und was ich auch irgendwie krass finde ist, dass es irgendwann Leute geben wird, die mit ihrem Rechner im Auto sitzen und gleichzeitig Autofahren können.“ (9-13 Jahre, m)

„Ich glaube, dass man später sehr viel Zeit damit verbringen wird. Jetzt machen es schon sehr viele und das entwickelt sich weiter. […] Und dann glaube ich, sind die meisten eher drinnen und sitzen vor dem Computer und schreiben, skypen oder was weiß ich, statt rauszugehen.“ (9-13 Jahre, w)

Auch Jugendliche und junge Erwachsene erwarten tendenziell eine stabile oder zunehmende Bedeutung des Internets für die persönliche Zukunft.

In diesen beiden Alterssegmenten zeigen sich jedoch deutliche milieuspezifische Unterschiede: 40 Prozent der Souveränen und 45 Prozent der Pragmatischen sind fest davon überzeugt, dass es in Zukunft nicht mehr möglich sein wird, komplett offline zu sein. Hingegen liegt eine Zukunft ohne Internet für jeweils ein gutes Viertel der Verantwortungsbedachten und der Skeptiker durchaus im Bereich des Möglichen. Bei den Unbekümmerten hingegen ist das Internet ein „Jugend-Ding“ und Zeitvertreib. In der persönlichen Zukunft, geprägt durch Familie und Erwerbsarbeit, sieht man dafür wenig Raum.

Milieu-Unterschiede zukünftige Bedeutung des Internets

Milieu-Unterschiede zukünftige Bedeutung des Internets

„Ich glaube, dass der Kontakt dann auch nur noch übers Internet geht. Telefonieren werde ich nur noch mit meiner Mutter.“ (14-17 Jahre, m)

„Ich denke, das Internet allgemein wird die Rolle, die es jetzt hat, auch weiterhin haben. Eine große Rolle. Aber ich glaube nicht, dass sich das Internet noch groß verändert, sondern eigentlich eher allgemein die Technik. Dass viel mehr Geräte noch… also früher war es iPod und jetzt kann man damit auch ins Internet.“ (14-17 Jahre, w)

„Ich glaube, dann nicht mehr so wie jetzt. Dann bin ich berufstätig, habe eine eigene Familie, und dann sitze ich nicht mehr am PC oder Handy die ganze Zeit.“ (18-24 Jahre, w)

„Ja, also für mich, würde ich sagen, also es bleibt fortwährend wichtig. Also jetzt nicht im Sinne von das brauche ich, sondern ich denke mal, dass es für jeden Job essenziell wichtig ist, das Internet, weil es einfach… Diese Globalisierung, das geht einfach sehr schnell. Und ich denke nur, dass das Rad nicht neu erfunden wird. Und es werden zwar solche Specials wie Jenny gerade angekündigt hatte, so was wie ein Kühlschrank… Und das gibt es ja jetzt schon, dass du rausgehst und dein Auto schon startest.“ (18-24 Jahre, m)

Wie im Vorangegangenen deutlich geworden ist, vollziehen sich die Unterschiede in der Internet-Nutzung bei den jungen Menschen in der Altersabhängigkeit kleinschrittiger als in der Erwachsenengeneration. Den Trend hin zur mobilen Internet-Nutzung teilen zwar alle Altersgruppen, es zeichnet sich jedoch bereits ab, dass die Kinder eine große Offenheit für Alternativen zum Smartphone haben. Zwar können sie momentan aufgrund der altersbedingten Einschränkungen noch nicht vollständig digital partizipieren, aber es ist zu erwarten, dass die heutigen 9- bis 13-Jährigen als 16-Jährige bereits deutlich erweiterte Nutzungsmodi etabliert haben werden.