11.2 Die Repräsentativerhebung

Von Anfang August bis Mitte September 2013 wurde eine bundesweite Repräsentativerhebung der deutschsprachigen Wohnbevölkerung in Privathaushalten zwischen 9 und 24 Jahren vom Feldinstitut Ipsos durchgeführt. Auf der Basis des ADM Mastersamples wurde eine bevölkerungs-repräsentative Quotenstichprobe gezogen, die nach der Transformation in eine Personenstichprobe per soziodemografischer Gewichtung an die amtliche Statistik angeglichen wurde. Im Rahmen einer computergestützten persönlichen Befragung (CAPI) wurden insgesamt 1.512 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene interviewt (ungewichtete Fallzahl/gewichtet: 1.500 Fälle). Für die Befragung wurden 190 Interviewer eingesetzt. Die Dauer eines Interviews betrug durchschnittlich 37 Minuten.

Im zugehörigen Fragebogen wurden die zentralen Themenfelder mit Hilfe der Erkenntnisse der qualitativen Vorstudie operationalisiert. Dabei wurden einzelne Themen erweitert und vertieft (z.B. Online-Communitys), andere wiederum als weniger relevant und weniger ergiebig zur Beantwortung der Forschungsfragen eingeschätzt.

Die Typenbildung: Bestimmung der digitalen Lebenswelten von Jugendlichen und jungen Erwachsenen

In der DIVSI Milieu-Studie wurde erstmalig ein Instrument zur Erfassung und Beschreibung digitaler Lebenswelten in Deutschland entwickelt. Weil dieses die Gesamtbevölkerung ab 14 Jahren abbildet, stellte sich die Frage, wie die digitalen Lebenswelten von jungen Menschen unter 14 Jahren in einem geeigneten Umfang erfasst werden können. Da die bei den 9- bis 13-Jährigen gewonnenen Wahrnehmungsmuster und Einstellungsdimensionen noch wesentlich vom sozialen Milieu der Eltern geprägt sind, wurde bewusst auf die Einteilung nach den DIVSI U25-Internet-Milieus verzichtet.

Datenauswertung

Der vom Feldinstitut gelieferte, geprüfte und gewichtete Datensatz zur Befragung wurde anschließend vom SINUS-Institut mittels bivariater und multivariater Analyseverfahren ausgewertet. Anhand der Kreuztabellierung forschungsrelevanter Fragen nach soziodemografischen Merkmalen und den DIVSI U25-Internet-Milieus konnten bereits auf bivariater Ebene relevante Gruppenunterschiede aufgezeigt werden.

Um jedoch grundlegende Einstellungsmuster zu verstehen, genügt es nicht, allein die Zustimmungen zu einzelnen Aussagen zu messen. Aus diesem Grund sind zusätzlich multivariate Verfahren zur Datenreduktion eingesetzt worden. Diese ermöglichen eine Zusammenfassung, um die hinter den Einzelstatements stehenden Meinungen und grundlegenden Einstellungsfaktoren sichtbar zu machen und somit Erklärungsmuster für Verhaltensweisen bereitzustellen. Ausgangspunkt für die zu erstellende Dimensionsbestimmung von Vertrauen und Sicherheit im Internet waren die aus den Ergebnissen der vorangegangenen qualitativen Befragung gewonnenen Statement-Batterien. Auf diese Weise konnten bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen drei unterschiedliche Themenkomplexe näher untersucht werden: Risiken bei der Online-Nutzung, genutzte Sicherheitsmaßnahmen sowie eine Bestimmung von verschiedenen Vertrauenskonzepten.

Um eine solche Faktorenanalyse sinnvoll durchzuführen, sind einige Annahmen über das zugrundeliegende Datenmaterial zu überprüfen. Zum einen sollte die Stichprobe aus einer Grundgesamtheit entstammen, in der die entsprechenden Variablen korreliert sind. Zum anderen sollte der Umfang, in welchem die Ausgangsvariablen zusammengehören, möglichst groß sein, was sowohl über die Beurteilung der Korrelationsmatrix insgesamt als auch über die einzelnen Variablen zu gewährleisten ist. Beide Voraussetzungen sind bei den hier berechneten Faktorenanalysen gegeben. Aufgeführt sind im Folgenden die drei berechneten Faktorenmodelle mit ihrer jeweiligen Varianzaufklärung.

  • Risiken im Internet: 5-Faktorenmodell mit 49 Prozent Varianzaufklärung
  • Sicherheitsmaßnahmen: 4-Faktorenmodell mit 56 Prozent Varianzaufklärung
  • Vertrauenskonzepte: 5-Faktorenmodell mit 50 Prozent Varianzaufklärung

Erläuterung zur Darstellung der Daten

Soweit nicht anders angegeben, beziehen sich die über- bzw. unterdurchschnittlich gekennzeichneten Werte auf Abweichungen zum jeweiligen Gesamtwert aller Befragten. In Detailbetrachtungen, wie beispielsweise in Aussagen zu Unterschieden zwischen den einzelnen DIVSI U25-Internet-Milieus, dienen die jeweiligen Werte der U25-Internet-Milieus als Referenz. Werte, die fünf Prozentpunkte über bzw. unter dem Referenzwert liegen, werden entsprechend als über- bzw. unterrepräsentiert ausgegeben. Liegt der Referenzwert bei 20 Prozent und weniger, sind bereits Abweichungen von drei Prozentpunkten signifikant und werden entsprechend als über- bzw. unterdurchschnittlich ausgegeben.