Freiwillige und unfreiwillige Beteiligung

Eng verwandt mit der Unterscheidung von aktiver und passiver Beteiligung ist aus Sicht der Nutzer die Unterscheidung nach freiwilliger und unfreiwilliger Beteiligung: Im Internet werden danach Nutzer immer wieder auch gegen ihren Willen oder ohne ihr bewusstes Zutun beteiligt. Plötzlich sind sie auf einer Plattform Mitglied, haben digitale Spuren hinterlassen, einen Newsletter abonniert, sind auf dem Verteiler eines Werbedienstes oder eines „Spammers“ gelandet, ohne dies je beabsichtigt zu haben.

„Wenn ich sehr aktiv bei Facebook bin, dann werde ich regelmäßig neu beteiligt, indem ich immer wieder angeschrieben werde mit ‚Wir haben so lange nichts mehr von Ihnen gehört, wollen Sie nicht …’. Ich werde durch Werbung traktiert, kann versuchen, es auszuschalten, aber ich werde trotzdem daran beteiligt. Ich werde regelmäßig an jedem Pups beteiligt, der geschieht, ich kann das aber auch nicht ausschalten.“

Vor allem ältere Nutzer haben zum Teil erhebliche Sorgen wegen dieser Formen der unfreiwilligen Beteiligung. Sie wirken umso bedrohlicher, je weniger verstanden wird, wie sie zustande kamen – und wie sie wieder beendet werden können. Für erfahrene, souveräne Nutzer ist die unfreiwillige Beteiligung dagegen meist ein bloßes Ärgernis, ein Schnitzer, der schnell beseitigt werden, der bei gewisser Aufmerksamkeit vermieden werden kann, oder ein Risiko, das man bewusst einzugehen bereit ist.

„Ich denke, generell ist jeder auch selbst dafür verantwortlich, wie sicher das Internet ist und was ihm abhandenkommt, und wenn ich private Sachen teile oder poste, dann ist klar, dass das Risiko besteht, dass es verschwinden kann, und dann gehe ich bewusst dieses Risiko ein.“

In manchen Fällen ist die unfreiwillige Beteiligung auch Folge einer freiwilligen. So kann die bewusste Anmeldung bei einem Dienst, die absichtliche Spende für eine Sache dazu führen, dass die Nutzer Mitglieder oder zumindest Adressaten diverser anderer Dienste werden, die nie angestrebt wurden. Die gewollte Freundschaft mit einem aktiven, engagierten Facebook-Mitglied kann dazu führen, dass Nutzer von diesem Mitglied diversen Gruppen zugefügt werden, ohne selbst eine Mitgliedschaft eingefordert zu haben. Je aktiver beteiligt ein Internetnutzer ist, desto schwieriger kann es also sein, sich auch einer unfreiwilligen Beteiligung zu entziehen.