Beteiligung an Gesundheitsfragen

Die Beteiligung im Bereich der Gesundheit bildet neben der Beteiligung in der Bildung das kleinste von den fünf unterschiedenen Beteiligungsfeldern. Auch hier ist es eher eine begrenzte Demografie, die aktive Beteiligung aufweist, jedoch eine deutlich ältere als im Falle des Bereichs Bildung. Wie beschrieben, nutzen praktisch alle Internet-Milieus Informationsangebote zum Thema Gesundheit passiv. Aktivere Nutzungsformen sind dagegen deutlich seltener anzutreffen.

Im Mittelpunkt der Beteiligung in diesem Bereich stehen Foren oder Communitys, z.B. Schwangerschaftsforen, Communitys für spezifische Leiden oder für Menschen mit Behinderung.

„Ich hatte eingegeben […] also, dass ich überfällig bin, wie viele Tage ich überfällig bin und […] die Schmerzen kann man angeben, Schmerzen beim Sitzen, Liegen, Laufen, z.B. jetzt. Dann kann man sich da informieren, welche Leute jetzt auch die gleichen Probleme haben. Da war auch jemand, der diese Endometriose hatte. Und dann ist der Name von dieser Person, die heißt z.B. jetzt ‚Silvi84’ – weiß der Geier halt was –, und dann schreibe ich die halt an. Dann kann ich da darunterschreiben, was sie gemacht hat, und sie gibt mir dann auch ein Feedback. Das hat dann auch gestimmt.“

„Da gibt es eine Oberfläche mit Ärzten, die noch nicht fertig sind, die sammeln sich, da kann man sein Krankheitsbild hinschicken, die ärztliche Diagnose, und die sagen einem, was das ist. Nicht in Fachchinesisch, sondern so, dass ich das verstehen kann.“

Im Bereich der Gesundheit gibt es ebenfalls Formen der Beteiligung, die sich auch dem zivilgesellschaftlichen Engagement zurechnen lassen könnten. Hierzu zählt vor allem die Unterstützung von Bedürftigen, die Zurverfügungstellung von Hilfeleistungen oder Spendenkampagnen.

„Es gibt aber auch andere Aufrufe, einfach zur Unterstützung für jemanden, der dringend eine bestimmte Operation braucht, kein Geld dafür hat, also, dass von Einzelschicksalen erzählt wird. Das geht vielleicht in Richtung Crowdfunding, ist aber kein wirtschaftliches Crowdfunding, sondern nur um Geld zusammenzubekommen für eine bestimmte Operation.“

„Aber es gab schon Beispiele. Ein Mädchen, ein halbes Jahr alt, aus Amerika, und im Endeffekt wurde ein Spender in Deutschland gefunden. Das hätte man sonst nie erfahren, und es ist gerade bei Knochenmarkspenden ganz schwierig, den passenden Spender zu finden.“

Beteiligung findet immer wieder auch zu gesundheitsnahen Fragestellungen statt, die auch dem Bereich der privaten Interessen oder Hobbys zugerechnet werden könnten, wie Ernährung, Fitness und Lifestyle. Hier wünschen sich die Befragten nicht selten auch mehr eigenes Engagement. Im Mittelpunkt stehen auch bei diesen Themen der Austausch und die gegenseitige Hilfe in Foren und Communitys.

„Das Thema ‚Gesundheit und Ernährung’ würde mich mehr interessieren, und ich würde mich dort gerne mehr engagieren. Allerdings fehlen mir dort oftmals nachvollziehbare Aussagen in Communitys, Foren und sonstigen Seiten. Da das Ganze dann oft nicht plausibel und nachvollziehbar ist, oft unter Umständen auch keine sinnvollen Rückschlüsse auf die eigene Situation zulässt, hält mich das davon ab, hier eigene Beiträge zu schreiben, mich an Foren zu beteiligen.“

Teilweise ist der Mangel an aktiver Beteiligung auf eine Skepsis gegenüber Angeboten zu Gesundheitsinformationen im Internet zurückzuführen. In den meisten Fällen trauen sich jedoch die Befragten nicht die notwendige Kompetenz zu, zuverlässige Informationen mit anderen zu teilen.

„Ich lese hier ab und zu mit, selber schreiben tue ich aber nicht, da ich kein medizinisches Fachwissen habe und keine Halbwahrheiten schreiben möchte. Es geht hier teilweise um wichtige Themen – da sollten Experten antworten.“