Lebenswelt Internet

Unbekümmerte Hedonisten sind intensive, stark unterhaltungsorientierte Internetnutzer. Sie nutzen das Medium eher in einem privaten als in einem beruflichen Kontext, was die Vielfalt der genutzten Plattformen ein wenig einschränkt. Im Vordergrund stehen die großen, bekannten Kommunikationsplattformen (Facebook, WhatsApp, Skype oder Foren), aber auch Spiele und Unterhaltungsangebote (bspw. Streaming-Dienste). Die Vertreter des Milieus haben eine positive, offene Einstellung neuen Medien gegenüber – sie übernehmen neue Angebote schnell, auch wenn sie nicht zu den Pionieren gehören. Die genutzten Plattformen machen ihnen Spaß, werden als bequem, abwechslungsreich, unterhaltsam empfunden. Vor diesem Hintergrund möchten sie auf die neuen Medien nicht verzichten müssen.

„Ich bin ehrlich, wenn ich mein Handy in der Hand habe, ist das Erste, was ich gucke, in Facebook. Ich bin dann direkt im Internet. Ich bin da nicht diejenige, die erst mal bei den SMS guckt oder jetzt erst mal in WhatsApp geht. Das Erste, was bei mir kommt, direkt Facebook und runterscrollen, was die Leute alle gepostet haben.“

„Abends, wenn ich mal Zeit habe, spiele ich gerne mit der PlayStation, da bin ich ehrlich. Ja, bin eine leidenschaftliche Zockerin. Ich habe heute wieder ein neues Spiel gekauft. Was kann ich noch sagen?“

Die spielerisch-unterhaltungsorientierte Nutzung des Milieus äußert sich auch in eskapistischen Nutzungsweisen: Die Nutzer verlieren sich im Netz, surfen ziellos umher, vertreiben sich die Zeit. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Konsum – Online-Shopping ist in diesem Milieu besonders populär. Sorgen oder Ängste kennt das Milieu dagegen kaum, Gefahren werden nur selten reflektiert. Teilweise sind diese unbekannt, zum Teil werden sie aber auch schlicht ignoriert. Schwerer wiegen Nutzungsvorteile, wie Spaß, Austausch oder niedrige Preise.

Abbildung 12: Wortassoziationen der Unbekümmerten Hedonisten mit Beteiligung im Internet

Abbildung 12: Wortassoziationen der Unbekümmerten Hedonisten mit Beteiligung im Internet

„Ich bin mal auf die Amazon-Seite gegangen, und dann stand da ‚Empfehlungen‘. Anstatt einen Suchbegriff einzugeben, habe ich mich anderthalb Stunden durch Amazon durchgeklickt, bis ich dachte, ‚eigentlich wolltest du was kaufen‘.“