Vereinfachung und Bequemlichkeit

Beteiligung im Internet hat den Vorzug einer gewissen Bequemlichkeit. Das Medium unterstützt und vereinfacht Aktivitäten. Es senkt Zugangshürden und beschleunigt Prozesse. Gewisse Formen der Beteiligung, die auch außerhalb des Internets vorkommen, werden im Internet erleichtert – zum Teil entstehen auch neue Formen, die ohne das Internet gar nicht denkbar wären.

„Was mir spontan einfällt, wenn man eine neue Geschäftsidee hat oder ein neues Produkt auf den Markt bringen will, dann gibt es ja auch Plattformen, wo man Gelder eintreibt, um das zu verwirklichen. Das war ja früher viel schwieriger. Heute stellt man sein Produkt ein mit seinem Business-Plan und schreibt vier Sätze, hat einen Prototyp oder ein Video und kann so seine Idee realisieren. Das ist halt deutlich einfacher geworden. Da kann man sich engagieren, indem man dem Team beitritt oder Geld spendet.“

„Überhaupt, auf Sachen aufmerksam zu machen. So kann ich einfach einen Bericht teilen. Anders müsste ich warten, bis ich alle Leute mal privat treffe, das würde nicht so schnell funktionieren, und ich würde auch nicht so viele Leute erreichen. So schicke ich den Link herum, jeder hat es und kann es sehen.“

Eine wichtige, mit der Bequemlichkeit verbundene Frage ist, ob das Internet aufgrund seiner vereinfachenden Einflüsse zu mehr Beteiligung führt, also ein intensiveres Engagement ermöglicht oder mehr Menschen Formen der Beteiligung öffnet.

„Fast die komplette Organisation läuft über Mailkontakt, da ich mehrere Leute schnell und effizient erreichen kann und auch schnellstmöglich eine Antwort bekommen/erwarten kann. Ohne das Internet wäre für mich der Arbeitsaufwand und der Zeitfaktor, um mit diesen Personenkreisen in Kontakt zu treten und Verschiedenes abzuklären, viel größer.“

Kritiker merken dagegen an, dass die relative Bequemlichkeit Formen der Beteiligung im Internet fördert, die rein oberflächlich und letztlich wirkungslos seien.