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Vertreter dieses Milieus beteiligen sich so gut wie gar nicht im Internet. Schon die Anmeldung bei einem Online-Dienst stellt eine zu große Hürde für eine mögliche Beteiligung dar.

„Nein. […] Weil ich muss mich da anmelden mit meinem Personal oder falschen Personal, und ich mache das nicht. Ich will da nicht dazugehören.“

In manchen Fällen besteht tatsächlich ein Wunsch nach Beteiligung, dieser kann jedoch aufgrund einer zu geringen Vertrautheit mit dem Medium nicht im Internet realisiert werden.

„Ich würde mich gerne als politisch interessierter Mensch an allgemeinen und spezifischen aktuellen Themen, an einem Meinungsaustausch, Abstimmungen und Anregungen beteiligen und engagieren, und zwar auf kommunaler, Landes- und Bundesebene, z.B. bei Fragen zu Wohnprojekten, Schulpolitik/Bildungswesen, Verkehr, Bundeswehreinsätze, Gesundheitspolitik/Pflegewesen, Steuer/Solidaritätsbeitrag/kalte Progression. Es gibt zwar diverse Meinungsforschungsinstitute, aber wenig basisdemokratische Instrumente in unserem Staatswesen. Das Internet bietet sich an, solche Defizite etwas auszugleichen und der ‚Stimme des Volkes‘ mehr Einfluss und Gewicht zu geben. Ich halte es für einen schweren und gefährlichen Mangel, uns Bürger ‚vor der Tür‘ zu halten. Die erschreckend geringen Wahlbeteiligungen auf allen Ebenen schreien nach Öffnung und Teilhabe. Wer nie gefragt wird, sagt irgendwann ‚Macht‘s doch ohne mich‘ oder ‚Die da oben machen doch sowieso, was sie wollen‘. Das macht mir Angst! Nicht umsonst fürchten undemokratische Staaten ein freies, vom Staat unkontrolliertes Internet mit Bürgern und deren freier Meinungsäußerung. Aber auch unsere Demokratie wird schweren Schaden nehmen, wenn die bekannten Belege der Staatsverdrossenheit der Hälfte seiner Bürger weiter ignoriert werden.“

Vor allem in den Bereichen Kultur, Hobbys und Gesundheit findet durchaus eine rege passive Nutzung des Internets statt. Nur in Ausnahmefällen tragen Internetferne Verunsicherte jedoch etwas zu den genutzten Plattformen bei.

„Nein. Man muss sich ja da registrieren, wie er gesagt hat, mit Name usw. Selbst wenn man da ein Pseudonym sich aussucht, aber trotzdem ist man registriert. Aber ich lese das immer mit Amüsement, diese Beschimpfungen.“

„Das ist schon interessanter, da hier Fachleute den Ton angeben bzw. Fakten liefern. Also konsumieren bzw. abfragen: Ja.“

Abbildung 26: Digitale Beteiligungswelten der Internetfernen Verunsicherten

Abbildung 26: Digitale Beteiligungswelten der Internetfernen Verunsicherten

Beispiel: Elisabeth, 67, Renterin

Elisabeth nutzt das Internet nur sehr selten. Sie ist wenig vertraut mit den neuen Medien und wagt sich nur gelegentlich, vorsichtig und unter Vorbehalt in diese ihr weitgehend fremde Welt. Da sie wenig Erfahrung mit dem Internet hat, fühlt sich Elisabeth auch nicht kompetent in der Nutzung des Mediums.

„Für das Internet bin ich nicht firm genug.“

Elisabeth versteht nicht sehr viel von all den Dingen, die im Internet passieren – vieles geht auch zu schnell und ist zu unübersichtlich. Darum stellt sich schnell ein Gefühl der Überforderung ein, und eines der Verunsicherung. Immer wieder macht Elisabeth im Internet aus Versehen etwas, das sich dann als Fehler herausstellt – sie hat das Gefühl, dass man sich mit der Nutzung des Internets zu viele Probleme aufhalst.

„Da ich mich sehr unsicher fühle und oftmals einfach nicht richtig lese und zu hastig etwas drücke, hatte ich schon das ein oder andere Mal Probleme“.

Besonders bedrohlich ist dies, wenn dabei die Kontrolle über die persönlichen Daten verloren geht. Gefährdungen der Privatsphäre kann Elisabeth nur schlecht einschätzen, sie hat aber diverse Dinge über Gefahren im Netz gehört und gelesen.

„Meine Daten gebe ich selten an, aber ich bekomme ganz viele E-Mails und Postsendungen, obwohl ich meine Daten für sicher gehalten habe.“

Für Elisabeth ist der Begriff Beteiligung im Internet nur schwer zu greifen. Nach freien Assoziationen gefragt, nennt sie „Kontakte“, „Schulfreunde finden“, „Bankwesen“ und „Informationen“. Engagement im Internet verbindet sie mit „Crowdfunding“, „Petition“ und „Spenden“.

Elisabeth engagiert sich selbst für diverse, vor allem soziale Anliegen. Das Internet spielt aber dabei keine Rolle.

„Ich bin nicht im Internet engagiert. Meine Hilfe gebe ich einmal die Woche bei unserer Tafel, um den bedürftigen Menschen vor Ort zu helfen.“