Lebenswelt Internet

Digital Souveräne sind kompetente, aktive und intensive Internetnutzer. Für sie ist das Internet ein selbstverständlicher Bestandteil des Alltags. Digital Souveräne sind in vielen Fällen dauerhaft im Internet – die Online-Welt begleitet durchgängig die Offline-Welt, Kontakte und Transaktionen finden online wie auch offline statt. Die Vertreter des Milieus haben eine positive Einstellung gegenüber dem Medium, sie fühlen sich wohl oder „zu Hause“ in der digitalen Welt. Ein Leben ohne Internet ist auf Dauer unvorstellbar. Dennoch sind Digital Souveräne dem Internet gegenüber nicht unkritisch – Schattenseiten werden reflektiert. Allerdings weisen sie eine hohe Nutzungserfahrung, -kompetenz und ein hohes Selbstbewusstsein in der souveränen und sicheren Gestaltung der eigenen Nutzung auf.

„Man verfolgt es den ganzen Tag. Gleich morgens Mails checken, Facebook in der Bahn. Mit dem Einschlafen hört es auf.“

„Es ist schon so, dass man sich in dieser Welt Internet bewegt, ganz selbstverständlich, und dass man in der realen Welt schon so seine Wege beschreibt und jeder Bescheid weiß und dass eigentlich nicht mehr unterschieden wird, ob ich ins Café gehe oder zu Google.“

Die hohe Vertrautheit und zugleich aufmerksame bis kritische Betrachtung des Mediums äußert sich darin, dass die Offline-Welt in der Wahrnehmung der Digital Souveränen gelegentlich romantisiert wird. Es ist für sie auf eine sympathische Art altmodisch, nicht mit dem Netz verbunden zu sein. Im Alltag bleibt dies jedoch eine Ausnahme. Digital Souveräne sind aktiv wie auch passiv intensive Internetnutzer. Sie nutzen häufig soziale Medien und auch neuere Dienste (bspw. Streaming, Crowdsourcing, Sharing etc.). Neuerungen werden schnell und gerne ausprobiert.

Abbildung 6: Wortassoziationen der Digital Souveränen mit „Beteiligung im Internet“

Abbildung 6: Wortassoziationen der Digital Souveränen mit „Beteiligung im Internet“

„Man muss es weglegen, weil sonst hat man es eh jede Sekunde in der Hand. Man kann das bewusst entscheiden, wenn man es irgendwo lässt, wo man nicht drankommt. Anders geht es nicht.“

„Manchmal auch diese bewusste Entscheidung dagegen, gerade im Urlaub, wo man sagt, ‚O.K., eine Woche jetzt mal weg’“.