Beteiligung in der Bildung

Die Beteiligung in der Bildung erstreckt sich vor allem auf Jüngere. Hier gibt es verschiedene Formen, die unterschiedlich viel Aufwand erfordern. Vereinzelt tauschen sich Teilnehmende in Fachforen aus, die dem Bereich Beteiligung in der Bildung zugeordnet werden können. Dies geschieht besonders im universitären Kontext. Hier werden Zusammenfassungen geteilt und Fragen untereinander besprochen. Wiederum dient Facebook als niederschwelliges Angebot, um zielgebundenen Austausch zu ermöglichen.

„Bei mir, dadurch, dass ich studiere, haben wir auf Facebook eine extra Juristenplattform als Gruppe erstellt, wo jeder Fragen stellen kann, und da sitzen Leute dahinter, die einem das direkt beantworten. Genauso gibt es Gruppen, wo Hausarbeiten ausgetauscht werden können; wer was hat, worum es geht. Da beteilige ich mich sehr viel, weil ich auch weiß, man bezieht einen direkten Nutzen daraus, und das bringt mich auch selber weiter, genauso wie meine Kommilitoninnen auch.“

Daneben werden bestehende kommerzielle Seiten für den Austausch im Bildungsbereich genutzt.

„Ich bin sehr aktiv auf Seiten wie z.B. ‚wer-weiß-was’. Speziell was Fragen betrifft, die das BWL-Studium angehen. So versuche ich, ziemlich viele Fragen, die von Studierenden kommen, zu beantworten. Ob es fächerbezogene Fragen, Fragen bezüglich des Praktikums, Hausarbeiten, Themen für die Bachelorarbeit oder allgemeine Fragen rund um das Studium sind. Mir wurde in der Regel immer weitergeholfen, und so versuch ich es nun zurückzugeben, um anderen weiterzuhelfen, da ich es nachvollziehen kann, wie es sich anfühlt, wenn man keinen Schimmer hat.“

Wie im schulischen und universitären Umfeld nutzen viele jüngere Internetnutzer auch Angebote im Bereich der Nachhilfe – sei es als Anbieter oder Nutzer, indem eigene Inhalte erstellt und geteilt werden.

E-Learning-Plattformen, die derzeit international ein starkes Wachstum erfahren, wie etwa Udacity, Iversity oder Coursera, werden von den Befragten praktisch nicht genannt. Diese Möglichkeiten scheinen sich in Deutschland noch wenig verbreitet zu haben, was auch an Sprachbarrieren liegen mag. Darauf aufmerksam gemacht, reagieren die Befragten jedoch sehr positiv auf solche Angebote.

„Finde ich sehr gut. Gerade um Studiengänge anzubieten, bzw. für Studenten, um sich bequem einzuschreiben. Sehr bequem und erleichtert die Prozesse. Ich würde mich allerdings nicht anmelden, da kein Bedarf besteht.“

„Ich würde hier sofort Kurse buchen. Mein Interesse am Netz ist die Wissensvermehrung, und hier tritt diese in destillierter Form auf. Aber ich würde nur Kurse belegen und etwas schreiben, wenn ich auf ein großes Problem stoße.“

Relativ häufig geben die Befragten an, gerne verstärkt eigene Lehrangebote unterbreiten zu wollen, die auch dem Bereich des zivilgesellschaftlichen Engagements zugerechnet werden könnten. Darüber hinaus besteht Interesse an Weiterbildungsmöglichkeiten oder auch nur an punktuellen Hilfestellungen in Form von Videos oder Berichten im Netz.

„Ich würde durchaus gerne etwas mehr bei YouTube machen (Videos) – auch uneigennützige Lehr- oder Fanvideos. Es ist mir aber a) technisch zu aufwendig/mühsam und b) finde ich es irgendwie etwas peinlich, so etwas zu machen, weil ich nicht als abgeschiedener Wunderling mit Mitteilungsdrang angesehen werden möchte, und c) YouTube und aktives Teilnehmen sind ein hartes Pflaster in Hinblick auf die oft sehr harsche Kritik der anonymen Masse.“

„Es gibt etliche interessante Themen, um sich weiterzubilden oder auch zu zertifizieren. Hier in Deutschland sind ja Teilnahmebescheinigungen etc. immens wichtig. Hauptsache, man kann etwas vorlegen. Ob Fernstudium oder einfache Fortbildungen.“

„Ich würde mich hier aktiv einbringen, wenn ich ein entsprechendes Angebot hätte. Leider steht mir eine aktive Teilnahme als Engagement, also als Lehrender, hier nicht offen, da allein eingeschriebene Lehrkräfte (Institute, Hochschulen, freie Bildungszentren) hier Kurse und Vorlesungen anbieten dürfen. Passiv würde ich mich durchaus (wenn denn Zeit wäre!!!) beteiligen, namentlich Kurse belegen, sei es schlicht auch nur als Gasthörer.“