Überblick: Zentrale Erkenntnisse

Das DIVSI-Forschungsprogramm „Beteiligung im Internet“ untersucht Voraussetzungen für sowie Formen und Folgen von Beteiligung im Internet. Nachdem in einem ersten Schritt die wissenschaftliche Literatur zum Thema analysiert wurde (DIVSI, 2014), wendet sich die vorliegende Studie empirisch der Nutzersicht zu. Basierend auf Online- und Offline-Fokusgruppen mit etwa 100 Vertretern der DIVSI Internet-Milieus (DIVSI, 2012; 2013) wird erkundet, was „Beteiligung im Internet“ im Alltag bedeutet, in welchen Bereichen sie stattfindet und welche Aktivitäten sie umfasst. Vorteile werden herausgearbeitet und Hürden beleuchtet.

Die DIVSI Internet-Milieus sind Ausprägungen einer Typologie, die Menschen nach sozioökonomischen Merkmalen, aber auch nach ihren Einstellungen gegenüber dem Medium Internet und ihren Nutzungsgewohnheiten unterscheidet. Durch die differenzierte Untersuchung unter Berücksichtigung der sieben Internet-Milieus ermöglicht die Studie ein fundiertes und vielschichtiges Verständnis von Beteiligung im Internet, ihrer Bedeutung, ihrer Erscheinungsformen und Ausprägungen im Alltag und in den (digitalen) Lebenswelten deutscher Internetnutzer. Hier werden einige zentrale Erkenntnisse der Studie zusammengefasst.

1. Was heißt Beteiligung im Internet?

Internetnutzer haben unterschiedliche Verständnisse der „Beteiligung im Internet“, die jedoch einige wichtige Gemeinsamkeiten aufweisen:

  • „Beteiligung“ im Allgemeinen ist eine gemeinschaftliche Aktivität, die einen gewissen Aufwand bedeutet und daher eine nicht unbeträchtliche Motivation erfordert.

  • „Beteiligung im Internet“ ist nicht dasselbe wie „Beteiligung“ im Allgemeinen, sie ist in gewissem Sinne mehr: Beteiligung im Internet umfasst sowohl die Beteiligung an einem Anliegen als auch die Beteiligung am Medium Internet selbst. Darum umfasst Beteiligung im Internet nicht nur andere, sondern zum Teil auch niederschwelligere Aktivitäten als die Offline-Beteiligung.
  • Manche Anwender nehmen sogar schon eine bloße Nutzung von Online-Diensten, sogar das reine „Online-Sein“als „Beteiligung im Internet“ wahr, denn: „Das Internet sind wir alle.“ Wie jedes Medium lebt auch das Internet davon, dass man es nutzt. Ohne – auch passive – Nutzer könnte das Medium nicht existieren, es wäre weniger wertvoll, lebendig und interessant.
  • Nutzer unterscheiden darum eine aktive von einer passiven Beteiligung. Eine bloße Nutzung ist danach „passiv“, aktiv Beteiligte erstellen und teilen dagegen Inhalte – sie tragen dazu bei, dass das Internet „wächst“, reichhaltiger wird.
  • Für manche Nutzer endet die passive Beteiligung im Internet erst, wenn die Endgeräte bewusst abgestellt werden, also eine Art Abmeldung erfolgt.
  • Es gibt auch eine unfreiwillige Beteiligung im Internet: Im Netz können Nutzer Empfänger von Diensten oder Informationen und Teil von Gruppen werden, ohne dies zu wollen. Einige Nutzer ängstigt diese unfreiwillige Beteiligung sehr, andere betrachten sie nur als lästig, weil vermeidbar.
  • Es gibt positive und negative Beteiligung im Internet – je nachdem, ob das verfolgte Anliegen von der Gesellschaft als wünschenswert betrachtet wird (z.B. soziales Engagement) oder als schädlich (z.B. Kriminalität, Rassismus).
  • Die höchste Form der Beteiligung im Internet heißt bei den Nutzern „Engagement im Internet“. Dabei sind Nutzer besonders aktiv und motiviert, sie beziehen Position und setzen sich – für andere sichtbar – für ein Anliegen ein.
  • Beteiligung inner- und außerhalb des Internets ist eng verwoben: Häufig unterstützen und ergänzen Online-Aktivitäten solche außerhalb des Internets. Für jüngere Nutzer sind beide Sphären kaum zu trennen. Ältere Nutzer haben dagegen zum Teil Schwierigkeiten, die Begriffe „Beteiligung“ und „Internet“ zu verbinden.

2. Wie beteiligen sich die Deutschen im Internet?

Während sich die Forschung vor allem auf die politische Beteiligung im Internet konzentriert, spielt diese im Alltag der Nutzer nur eine untergeordnete Rolle. Internetnutzer sind in sehr unterschiedlichen sozialen Kontexten im Internet beteiligt, dabei spielen vor allem wirtschaftliche und kulturelle Kontexte eine wichtige Rolle:

  • Beteiligung in der Wirtschaft: Besonders häufig hat Beteiligung einen wirtschaftlichen Bezug. Einerseits betrachten manche Nutzer schon den Kauf von Produkten und die Abwicklung von Dienstleistungen im Netz als eine Form der (passiven) Beteiligung. Andererseits sind aktive Nutzungsformen, wie Beurteilungen von Unternehmensleistungen, Feedback und Kommentare, der Einsatz des Internets im Arbeitskontext, der Austausch mit Kollegen oder Kunden sowie die Nutzung sozialer Netzwerke für berufliche Zwecke, weit verbreitet. Manchen bietet das Internet auch neue oder zusätzliche Verdienstmöglichkeiten.
  • Beteiligung in der Kultur: Ebenfalls sehr häufig beteiligen sich Internetnutzer zu ihren persönlichen Interessen und Hobbys. Dabei spielen bei jüngeren Nutzern soziale Netzwerke und Medienplattformen eine große Rolle, bei älteren überwiegen Foren, Communitys oder Kommentare auf Nachrichtenportalen. Häufig genannte Interessen kreisen um Sport, Musik, Film, Fotografie, Kochen, aber auch Partnerschaft/Familie oder Sexualität. Nutzer veröffentlichen hier Kommentare, diskutieren, bewerten und bewerben, stellen Informationen bereit und bieten Hilfe an.
  • Beteiligung in der Bildung: Vor allem jüngere Nutzer sind regelmäßig auch in Bildungskontexten online beteiligt. Sie beurteilen Lehrangebote im Netz, teilen und diskutieren Informationen mit anderen Lernenden, bilden Lernzirkel, unterrichten und bieten unterschiedliche Hilfestellungen an.
  • Beteiligung zu Gesundheitsfragen: Internetnutzer konsumieren rege Gesundheitsinformationen im Netz. Manche, vor allem ältere, sind darüber hinaus in thematischen Online-Communitys engagiert, teilen Informationen, beantworten Fragen oder geben Tipps. Aufgrund der ungleichen Betroffenheit der Nutzer ist dieser Bereich weniger verbreitet als andere.
  • Beteiligung für politische und zivilgesellschaftliche Anliegen: Politische Beteiligung im Netz ist vergleichsweise wenig verbreitet. Manche Nutzer teilen politische Inhalte, beteiligen sich auch an Online-Petitionen. Daneben existieren jedoch sehr viele Formen des zivilgesellschaftlichen Engagements, die durch das Internet unterstützt und erleichtert werden. Engagement im Bekanntenkreis, Nachbarschaftshilfe, soziale Dienste und Einsatz für ökologische Anliegen – der aktive Austausch im Netz, die Verbreitung von Informationen und die Abwicklung von Zahlungen bieten hier Erleichterungen. In diesem Bereich sind Online- und Offline-Beteiligung besonders eng verbunden.

3. Warum beteiligen sich die Nutzer im Internet?

Das Internet bietet aus Sicht der Nutzer eine Reihe von Vorteilen, die eine Beteiligung unterstützen und erleichtern, möglicherweise sogar stärken. Im Vordergrund der Nutzerwahrnehmungen stehen dabei Vorteile für die individuellen Nutzer – diese können jedoch auch auf einer gesellschaftlichen Ebene positive Auswirkungen entfalten:

  • Vereinfachung und Bequemlichkeit: Die Verbreitung von Informationen, Abwicklung von Transaktionen und Vernetzung mit anderen gehen im Netz schneller, leichter und flexibler denn je – jederzeit und von überall.
  • Öffentlichkeit und Sichtbarkeit: Im Netz können sehr schnell und weltweit zahllose Menschen erreicht werden. Anliegen können so gemeinsam angegangen und verbreitet werden. Aktiv Beteiligte beziehen im Netz Position und erreichen so Sichtbarkeit.
  • Lernen und Unterhaltung: Quer durch alle Bereiche lernen Menschen viel durch ihre Beteiligung im Internet. Lernen, Austausch, Hobbys und Passionen – die Beteiligung im Internet findet nicht selten auch statt, weil sie Spaß macht.
  • Helfen und Gemeinschaft: Das Internet erleichtert die Verfolgung vielfältiger Anliegen, die den Nutzern am Herzen liegen. Wenn sie durch ihren Einsatz im Netz etwas bewegen oder beitragen können, empfinden sie große Befriedigung. In manchen Fällen hilft die Beteiligung auch dem Nutzer selbst – einige Formen, z.B. in Online-Communitys, bestehen aus Geben und Nehmen. Eine wichtige Rolle spielen dabei der Austausch mit anderen, die Gemeinschaft mit Gleichgesinnten und die gegenseitige Unterstützung.

4. Wie unterscheidet sich die Beteiligung der Vertreter verschiedener Internet-Milieus?

Die Verständnisse von „Beteiligung im Internet“ unterscheiden sich zum Teil erheblich:

  • Sorglose, hedonistisch orientierte Nutzer empfinden jede, auch passive Form der Internetnutzung als Beteiligung, weil sie damit im Netz „dabei“ sind. Ähnlich sehen das auch zurückhaltende, ängstliche Nutzer, für die jeder Schritt ins Netz eine Beteiligung darstellt, weil er sie eine gewisse Überwindung kostet.
  • Pragmatische, effizienzorientierte Nutzer verbinden Beteiligung mit aktiven Nutzungsformen und betrachten eine rein passive Nutzung nicht als eine Form der Beteiligung. Für sie ist Beteiligung vor allem das, was einen sinnvollen Vorteil für sich und/oder andere bietet.
  • Erfahrene, junge und souveräne Nutzer assoziieren Beteiligung stark mit den sozialen Medien, der Erstellung und dem Teilen von Inhalten. Jüngere wie auch ältere postmateriell orientierte Nutzer verbinden Beteiligung stark mit sozialem Austausch und Gemeinschaft.
  • Internetferne, ältere und unerfahrene Nutzer haben Schwierigkeiten, sich unter dem Begriff „Beteiligung im Internet“ etwas vorzustellen. Sie fühlen sich häufig dezidiert nicht im Netz beteiligt.

Die unterschiedlichen Beteiligungsverständnisse spiegeln sich auch in den praktizierten Formen der Beteiligung im Internet der unterschiedlichen DIVSI Internet-Milieus (2012; 2013):

  • „Digital Natives“ nutzen das Internet intensiv und sind entsprechend stark im Internet beteiligt:
    • Digital Souveräne setzen das Internet in allen Lebenslagen aktiv ein, sie betrachten sich als Mitgestalter des Netzes und übernehmen Verantwortung, vor allem indem sie rege Inhalte erstellen und teilen. Besonders häufig beteiligen sie sich in den Kontexten Wirtschaft, Bildung, Kultur und Zivilgesellschaft.
    • Effizienzorientierte Performer setzen das Internet vor allem ein, um Feedback zu geben, Kritik oder Ratings zu veröffentlichen – in den Bereichen Wirtschaft und auch Kultur. Sie beteiligen sich vor allem dort, wo sie einen Vorteil für sich realisieren können, wo ihnen die Beteiligung etwas „bringt“.
    • Unbekümmerte Hedonisten beteiligen sich stark in kommerziellen Kontexten – durch Käufe, Verkäufe und auch Bewertungen und Ratings. Darüber hinaus dient das Internet der Verfolgung diverser Hobbys; zu diesem Zweck engagieren sie sich in sozialen Medien, Foren und Communitys. Beteiligung dient stark der Unterhaltung und Ablenkung.
  • „Digital Immigrants“ nutzen das Internet regelmäßig und gezielt, betrachten das Medium aber mit einer gewissen Skepsis. Im Internet beteiligt sind sie vor allem dort, wo Offline-Formen der Beteiligung unterstützt werden:
    • Verantwortungsbedachte Etablierte weisen ein eher uneinheitliches Profil auf, manche sind wenig beteiligt, andere intensiv. Sie beteiligen sich pragmatisch, vor allem in wirtschaftlichen, beruflichen und kulturellen (auch hochkulturellen) Kontexten, wenn Offline-Aktivitäten durch das Internet erleichtert, beschleunigt oder anderweitig unterstützt werden können.
    • Postmaterielle Skeptiker weisen ein relativ hohes zivilgesellschaftliches Engagement auf. Sie beteiligen sich im Internet, um Offline-Anliegen voranzubringen. Auch das Verbreiten von kulturellen Inhalten in sozialen Medien oder Foren ist präsent. Ihre Beteiligung im Internet betrachten sie ebenso kritisch-differenziert wie das Medium selbst.
  • „Digital Outsiders“ nutzen das Internet selten, unregelmäßig und mit großen Vorbehalten, vor allem hinsichtlich der Sicherheit und des Datenschutzes. Sie sind daher nur wenig im Internet beteiligt.
    • Ordnungsfordernde Internet-Laien beteiligen sich nach eigenem Empfinden vor allem durch
      die Aufnahme von Informationen. Gelegentlich geben sie jedoch auch Kommentare ab, beteiligen sich an Diskussionen, etwa in kulturellen oder gesundheitsbezogenen Kontexten. Viele empfinden ihre Beteiligungserfahrungen aber als ambivalent.
    • Internetferne Verunsicherte beteiligen sich praktisch gar nicht im Internet – zum Teil aufgrund mangelnder Erfahrung, zum Teil auch, weil sie keine Daten im Netz hinterlassen wollen. Schon die Anmeldung bei Online-Diensten wird meist gescheut. Viele haben Mühe, Vorteile einer Beteiligung im Internet zu erkennen.

5. Wie kann Beteiligung im Internet gefördert werden?

So wie sich Verständnis und Form der Beteiligung unter den Internetnutzern unterscheiden, unterscheiden sich zum Teil auch die wahrgenommenen Hürden – und entsprechend mögliche Maßnahmen ihrer Förderung.

Insgesamt häufig genannte Nachteile oder Hürden einer Beteiligung im Internet sind:

  • Öffentliche Exponiertheit: Nicht nur sind Daten im Internet vielen Nutzern zugänglich, sie sind dies auch häufig über lange Zeit („das Internet vergisst nicht“). Wer also einmal Position bezieht, kann dafür noch lange in der Zukunft in Haftung genommen werden. Dies könnte in Form einer denkbaren öffentlichen oder politischen Verfolgung geschehen, durch Mobbing oder durch kriminelle Übergriffe.
  • Datenschutz: Beteiligung zeichnet sich aber gerade dadurch aus, dass Transaktionen durchgeführt, Inhalte erstellt und geteilt werden. Eine aktive Beteiligung im Internet ist also unweigerlich zu einem gewissen Grad mit dem Verlust der Kontrolle über persönliche Daten verbunden.
  • Anonymität: Im Netz werden häufig große Nutzergruppen adressiert, zu welchen auch zahlreiche Unbekannte gehören können. Beteiligung im Internet wird daher – vor allem von älteren Nutzern – nicht selten auch als unpersönlich und weniger „real“ als die Offline-Beteiligung wahrgenommen.
  • Oberflächlichkeit: Das Internet ist schnell und vielfältig. Das kann aber auch dazu führen, dass Initiativen und Aktionen in schnellem Wechsel an den Nutzern vorbeiziehen, ohne dauerhaft Spuren zu hinterlassen. Einige Formen der Beteiligung im Netz werden mit Selbstdarstellung in Verbindung gebracht. Schnell wechselnde, oberflächliche Formen von Beteiligung gelten den Befragten als weitgehend unwirksam.

Möglichkeiten zur Förderung der Beteiligung im Internet angesichts dieser Herausforderungen sind insbesondere:

  • Stärkung der digitalen Zivilcourage: Nutzer setzen durch ihr eigenes Verhalten Zeichen; sie können selbst Fehlverhalten als solches kritisieren und anderen Nutzern beistehen, die im Netz nicht anständig behandelt werden. Wenn „wir alle“ das Internet sind, dann trägt auch jeder Verantwortung dafür, dass das Internet ein offener Ort sicherer Interaktionen ist.
  • Aus- und Weiterbildung: Zahlreiche Beteiligungshürden gehen auf mangelnde Erfahrung zurück. Notwendige Kompetenzen für eine produktive, souveräne Nutzung des Internets sollten früh gelernt und erprobt werden. Gerade aber auch für ältere, ängstliche und unerfahrene Nutzer sollte es Möglichkeiten geben, sich dem Medium zu nähern, Erfahrungen zu sammeln und wichtige Zusammenhänge zu erlernen.
  • Aufklärung: Öffentliche Aufklärung zum sicheren Umgang mit dem Internet und zu möglichen Gefahren und Wegen, sie zu vermeiden, tragen zu einer entspannten und selbstbewussten Beteiligung im Internet bei. Hierzu zählt auch die Ansprache von neueren Phänomenen, wie Cyber-Mob- bing oder „-Bullying“. Gleichzeitig gilt: Aufklärung ist etwas anderes als Skandalisierung. Alarmistische Stellungnahmen, insbesondere in den Medien, erzeugen auch irrationale Ängste und halten auch solche Menschen von einer Nutzung des Internets ab, die von ihr profitieren könnten.
  • Vorbilder: Diversen Internetnutzern ist schlicht nicht klar, wie sie sich im Internet beteiligen oder engagieren können. So wichtig es ist, über Gefahren und Nachteile aufzuklären, sollte auch die Aufmerksamkeit für positive Beispiele einer konstruktiven Beteiligung im Internet nicht zu kurz kommen. Preise und Auszeichnungen können hier Zeichen setzen.
  • Nutzerfreundlichkeit: Anbieter von Online-Plattformen sollten Wert auf möglichst barrierefreie Zugänge, auf einfache Prozesse und eine intuitive Nutzerführung legen. Auch überkomplexe, unübersichtliche Webseiten können von einer Beteiligung abhalten. Nutzer, die mit einer begrenzten Motivation auf Anliegen blicken, können unter Umständen durch spielerische Nutzungsansätze („Gamification“) interessiert werden.
  • Marken und Empfehlungen: Starke Anbietermarken spielen in der Wahrnehmung der Nutzer eine zentrale Rolle. Vertraute Marken erleichtern die Entscheidung für ein Online-Engagement. Dies gilt nicht zuletzt für die Möglichkeit der Verbindung von Online- und Offline-Formen der Beteiligung. Verunsicherte Nutzer könnten auch durch Bewertungssysteme und Empfehlungen zu Formen der Beteiligung geführt werden, die wirksam und effizient sind und die Gefahr einer sozialen Isolierung ausschließen.
  • Klare Spielregeln: Manche Nutzer sehen politische Interventionen im Internet sehr kritisch. Vor allem will man sich darauf verlassen, dass gewohnte Spielregeln auch im Internet gelten. Wenige, aber klare und übersichtliche Regeln zum Schutz persönlicher Daten, vor persönlichen Angriffen und Kriminalität sollten daher das Ziel politischer Rahmensetzungen sein.

Internetnutzer beteiligen sich bereits intensiv und vielfältig. Beteiligung im Internet kann sich positiv auf die Gesellschaft auswirken – sozial, ökonomisch, kulturell. Und sie bietet auch den Beteiligten selbst Vorteile. Dennoch besteht noch erhebliches Potenzial für eine stärkere Beteiligung im Internet. Alle gesellschaftlichen Akteure können dazu beitragen, dass verunsicherte, skeptische und unaufmerksame Nutzer den Weg zu einer produktiven, souveränen und partizipativen Nutzung des Internets finden.