Lebenswelt Internet

Ordnungsfordernde Internet-Laien sind wenig vertraut mit dem Internet, sie weisen eine distanziert-sorgenvolle Haltung gegenüber dem Medium auf. Die Nutzung beschränkt sich auf wenige, einfache, überwiegend passive Nutzungsformen. Neue Plattformen werden gemieden. So weit möglich, wird die Berührung mit dem Internet auf „das Notwendige“ beschränkt. Das Milieu weist wenig Erfahrung und eine eher geringe Nutzungskompetenz auf, Investitionen in die Technikausstattung haben keine Priorität. Vertreter des Milieus sind sich ihrer geringen Vertrautheit und Kompetenz bewusst und rationalisieren diese durch zahlreiche Bedenken und Sorgen.

„Angst. Ich sage mal, [im Internet] englische Sprache lernen, so ein paar Begriffe, das fand ich ganz wichtig, und irgendwann wollen die aber, dass man sich anmeldet und zahlt, wenn man es nutzt. Das mache ich dann nicht. Das ist mir zu viel.“

„Ich bin erst 2010 mit Internet gestartet, weil ich gemerkt habe, ich werde nicht mehr als Mensch akzeptiert, wenn ich im Internet nicht was machen kann. Auch bei Behörden, überall, das hat mich sehr geärgert. Da ich aber die Chance nutzen wollte, mich im Internet weiter zu bewerben, das geht besser per Mail, musste es eben sein. Freiwillig war es nicht ganz.“

Da die Ordnungsfordernden Internet-Laien durchaus gelegentlich das Internet nutzen, empfinden sie einen ausgeprägten Wunsch nach Sicherheit und Schutz im Netz. Um das Netz befreiter, intensiver nutzen zu können, ist aus ihrer Sicht vor allem Kontrolle durch öffentliche Institutionen notwendig. Die aktuelle Medienberichterstattung über Gefahren der Internetnutzung wird intensiv wahrgenommen – Ängste vor den wenig verstandenen Gefahren des Internets lassen dessen Nutzung unangenehm erscheinen, lösen sogar Stress aus.

Abbildung 21: Wortassoziationen der Ordnungsfordernden Internet Laien mit Beteiligung im Internet

Abbildung 21: Wortassoziationen der Ordnungsfordernden Internet Laien mit Beteiligung im Internet

„Aber auch Vereinfachung. Ich habe eine Postfiliale gesucht, die aufhat, um ein Paket loszuwerden und da kam es mir nützlich vor. Also Nutzen, eingeschränkt. Wenn ich was suche. Ohne Name.“

„Teilweise auch nervig. Mir ist oft passiert, ich will jemanden nach dem Rezept fragen am Telefon, da sagten sie, ich müsste mal googeln. Wenn ich erst das Internet einschalte und nach Rezepten suche, da bin ich hinterher müde, kaputt und will gar nicht mehr kochen.“