Verständnis der Beteiligung

Effizienzorientierte Performer haben ein pragmatisches, relativ niederschwelliges Verständnis von Beteiligung im Internet. Die aktive Nutzung einer Plattform, die Mitgliedschaft in einer Community ist danach bereits eine Form von Beteiligung. Folglich weist dieses Milieu in der Selbstwahrnehmung ein relativ hohes Niveau der Beteiligung im Internet auf.

„Alleine schon die Mitgliedschaft bei irgendwelchen Communitys. Foren. Überall, wo man angemeldet ist, das ist für mich eine Beteiligung.“

„Ich würde das als aktive und passive Nutzung differenzieren und Beteiligung als aktive Nutzung. Wenn ich ein ‚Like‘ setze, dann bin ich aktiv, wenn ich nur lese, dann bin ich passiv. Wenn ich ein ‚Like‘ setze, dann sehen die anderen, was ich getan habe, bewegt vielleicht was bei denen, und dann ist es schon eher aktiv.“

Beteiligung im Internet ist für dieses Milieu häufig zweckorientiert: Die Nutzer wollen oder brauchen etwas, das sie über ihre Beteiligung erhalten. Ähnlich wird auch der Begriff Partizipation im Internet assoziiert. Im Falle der Partizipation ist es das Ziel der Nutzer, von einer Aktivität oder Plattform zu profitieren.

„Partizipieren heißt ja, einen Vorteil haben.“

„Im Idealfall ziehe ich ja auch Extrakte aus der Mitgliedschaft in dieser Gruppe für mich raus, die mich weiterbringen.“

Engagement im Internet verfolgt dagegen stärker das Ziel, auch anderen Nutzern einen Vorteil zu bieten. Engagement wird daher eher mit Wohltätigkeit assoziiert, mit der Übernahme von Verantwortung oder Spenden. Einerseits wird anerkannt, dass es sich hierbei um eine positiv besetzte Begrifflichkeit handelt – Engagement wird durchaus im Allgemeinen als etwas Positives betrachtet. Andererseits weisen die Effizienzorientierten Performer nicht selten auch eine distanzierte Haltung zu Engagement auf – inner- wie auch außerhalb des Internets. Der Begriff „Gutmensch“ wird häufig gebraucht, um sich von solchen Menschen abzugrenzen, die tatsächlich engagiert sind.

„Engagement ist für mich was Wohltätiges, Gemeinnütziges.“

„Engagieren ist immer was Positives. Wenn du dich für irgendwas engagierst.“

„Wir brauchen die Gutmenschen.“

„Früher habe ich mich auch wirklich drangehängt, auch an Sachen, die mit mir gar nichts zu tun hatten, für eine gute Sache eben. Heute nicht mehr.“

Engagement im Internet wird mit einem erhöhten Aufwand, insbesondere Zeitaufwand, aber auch aktiveren Nutzungsformen assoziiert.

„Das wäre mir schon zu zeitintensiv. Das mache ich über Facebook. Das, worüber ich mich informiere, denke ich‚ o.k., das könnte gut sein, und dann geht man ja in die Kommentare rein und kann es posten oder halt teilen, und da entscheide ich das erst mal: an Freunde oder öffentlich? Wenn ich tausend Links hätte … und welche Gutmenschen es auf der Welt alles gibt. Da würde ich ja nie fertig.“