2.6 BITKOM – Datenschutz im Internet (BITKOM-DI)

  • Herausgeber Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM)
  • Erscheinungszeitraum 2011, einmalig1

BITKOM vertritt mehr als 2.100 Unternehmen aus den Bereichen Software & IT-Services, Telekommunikations- und Internetdienste, Hardwareherstellung, Digitale Medien und Consumer Electronics. Er setzt sich für eine „innovative Wirtschaftspolitik und eine moderne Netzpolitik“ ein (BITKOM 2011).

Die BITKOM-DI-Studie ist eine repräsentative Untersuchung unter der deutschsprachigen Bevölkerung, die in Zusammenarbeit mit Aris im Jahr 2011 erstellt wurde. Sie basiert auf den Ergebnissen von 1.002 geführten Telefoninterviews mit Befragten ab 14 Jahren in Haushalten mit Festnetztelefon und privater oder beruflicher Internetnutzung. Die BITKOM-DI-Studie möchte untersuchen, wie Bür- ger ihre Daten schützen, wo sie ihre Daten speichern und welche Erwartungen die Bürger gegenüber Politik und Wirtschaft haben (BITKOM 2011). Die Zielgruppe der Studie bleibt unspezifiziert.

Mehr als die Hälfte der Befragten ist der Meinung, dass ihre persönlichen Daten im Internet unsicher sind (BITKOM 2011). Die Verantwortung für strengeren Datenschutz wird dabei in erster Linie beim Staat und den Unternehmen gesehen. Interessant ist ein Vertrauensvergleich über unterschiedliche Institutionen vor der NSA-Affäre: Etwa 50 Prozent der Befragten sprechen Anbietern von Online-Diensten (Internet-Zugang, E-Mail, Händler und soziale Netzwerke) starkes oder sehr starkes Vertrauen aus, wenn es um den Umgang mit persönlichen Daten geht (BITKOM 2011). Die Studie identifiziert zudem mehrere Bereiche, in denen mangelndes Vertrauen in Online-Angebote zu verringerter Nutzung oder gänzlichem Verzicht von Angeboten führt:

  1. 20 Prozent der Befragten geben an, aus Angst vor mangelndem Datenschutz keine Internet-Speicherdienste zu nutzen (BITKOM 2011). Diese Sorge ist insbesondere unter den Befragten ab 65 Jahren stark ausgeprägt.
  2. Etwa 70 Prozent der Befragten verzichten aus Sicherheitsgründen auf Aktivitäten im Internet. Dabei belegen der Versand von wichtiger Korrespondenz, Online-Banking und Online-Shopping die vorderen Ränge (siehe Grafik 3).

Google Trends liefert für „BITKOM“ + „Datenschutz“ keine Ergebnisse. Bei Google Scholar werden für die Begriffe „BITKOM“ + „Datenschutz im Internet“ 40 Treffer gelistet. Mit diesen Ergebnissen erreicht die BITKOM-DI-Studie Platz 4 im Ranking.

Grafik 3: Verzicht auf Aktivitäten im Internet, nach Alter (Quelle: BITKOM 2011: 34)

Grafik 3: Verzicht auf Aktivitäten im Internet, nach Alter

  1. Mehrere BITKOM-Studien greifen auf Fragebatterien der Vorjahre zurück, sodass grundsätzlich auch Trendentwicklungen im Zeitablauf sichtbar werden können (siehe BITKOM-VSN). []