2.9 Bewertung der Indikatoren/Studien

Die vorliegenden Indikatoren bzw. Studien basieren alle auf repräsentativen Umfragen, variieren aber in der jeweiligen Erhebungsmethode (Online-Umfrage, persönliche oder Telefoninterviews). Vier Indikatoren (DII, SDVI, GfK-GTR und GPRA-VI) werden auf regelmäßiger Basis jährlich oder vierteljährlich erstellt. Der BITKOM hat kein wiederholtes Instrument zur Messung von Vertrauen im Internet entwickelt, verwendet jedoch einzelne Fragebatterien in Folgestudien.

Lediglich der GPRA-VI misst Vertrauen als Konstrukt, d.h. indirekt über eine Kombination aus fünf praktischen Vertrauensdimensionen. Die übrigen Studien fragen die Befragten direkt nach ihrer Vertrauenseinschätzung hinsichtlich des jeweiligen Untersuchungsgegenstands.1 Der BITKOM geht in seinen Erhebungen als einziger Index auf Vertrauen als Transaktionstreiber ein. Einflussvariablen für Vertrauensbildung in der digitalen Welt werden nur vom BITKOM und dem VIR-VP erhoben.

Hinsichtlich der Relevanz der Studien sticht vor allem der internationale GfK-GTR mit seinen 28.000 Interviews in 25 Ländern hervor. Vergleichsweise gut schneiden auch der internationale DII und der nationale GPRA-VI ab. Auch die BITKOM-Studien scheinen in Summe relevanten Einfluss auf die öffentliche Wahrnehmung auszuüben. Wenig relevant, da sehr branchenspezifisch und veraltet, scheint das VIR-VP zu sein. Der SDVI wird bislang nicht von der Öffentlichkeit rezipiert.

  1. Zur Kritik an dieser Vorgehensweise siehe Abschnitt 3. []