4.2 Online-Labore

Eine Möglichkeit, valide Daten für einen Vertrauensindex zu generieren, besteht in der Entwicklung von Online-Laboren, die bspw. die Robustheit einzelner Fragebatterien oder die Korrelation von Laborverhalten und Realweltgrößen überprüfen und quantifizieren. So konnte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) jüngst zeigen, dass vier einfache Fragen (1. In general, you can trust people, 2. Nowadays, you can‘t rely on anybody, 3. How much do you trust strangers you meet for the first time, 4. When dealing with strangers, it‘s better to be cautious before trusting them) tatsächliches Vertrauen in Laborexperimenten sehr gut prognostizieren (Naef und Schupp 2009). Um Verhalten und Vertrauen von Privatpersonen im Internet sichtbar zu machen, müssten a) adäquate Online-Labore entwickelt und b) die bestehenden Ansätze aus der Experimentalforschung für Vertrauen in andere Menschen und Institutionen entsprechend angepasst werden. Nachteil dieser Methode ist, dass die gewonnenen Erkenntnisse statische Zusammenhänge beschreiben, d.h. langfristige Veränderungen in der Beziehung zwischen einer Antwort bzw. Realweltgröße und dem jeweiligen Laborverhalten unberücksichtigt bleiben.