2.7 BITKOM – Vertrauen und Sicherheit im Netz (BITKOM-VSN)

  • Herausgeber Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM)
  • Erscheinungszeitraum 2012, einmalig

Die BITKOM-VSN-Studie basiert auf einer repräsentativen Umfrage unter Internetnutzern ab 14 Jahren und Unternehmen in Deutschland, die in Zusammenarbeit mit Aris im Jahr 2012 erstellt wurde. Dazu wurden Telefoninterviews mit 1.339 Privatpersonen und 810 Unternehmen geführt (BITKOM 2012). Die BITKOM-VSN-Studie möchte untersuchen, wie Datenschutz in Deutschland organisiert ist, wo diesbezüglich Lücken bestehen, welche Erfahrungen Nutzer und Unternehmen gemacht haben und welche Erwartungen sie gegenüber den Behörden haben (BITKOM 2012). Als Zielgruppe der Studie werden Verbraucher und Unternehmen genannt.

Die große Mehrheit der Befragten gibt an, sich im Internet bedroht zu fühlen (BITKOM 2012). Dies trifft sowohl auf private Nutzer (75 Prozent) als auch auf Unternehmen (57 Prozent) zu. Hauptsorgen der privaten Internetnutzer sind die Infizierung des Computers mit Schadprogrammen (62 Prozent), Ausspähung persönlicher Daten (45 Prozent) und Betrug (31–35 Prozent). Wie bei der BITKOM-DI identifiziert auch die BITKOM-VSN mehrere Bereiche, in denen mangelndes Vertrauen in Online-Angebote zu verringerter Nutzung oder gänzlichem Verzicht führt:

  1. 26 Prozent der Befragten geben an, aus Angst vor Datenmissbrauch keine Internet-Speicherdienste zu nutzen (BITKOM 2012). Der Vorjahreswert lag noch bei 20 Prozent (BITKOM 2011).
  2. Das Vertrauen in Online-Transaktionen ist im Vergleich zum Vorjahr um 25 Prozentpunkte gestiegen (siehe Grafik 4). Insbesondere die Skepsis gegenüber Online-Banking (–11 Prozentpunkte), Online-Shopping (–9 Prozentpunkte) und sozialen Netzwerken (–50 Prozentpunkte) ist in 2012 geringer ausgeprägt als im Jahr 2011. Im Gegenzug wächst die Skepsis bei Online-Buchungen von Reisen, Mietautos und Fahrkarten um 12 Prozent.
  3. Bei den Unternehmen verzichtet fast jede zweite Firma auf wichtige Internetanwendungen. Vertrauliche Informationen werden von 25 Prozent der befragten Unternehmen nicht per E-Mail verschickt (BITKOM 2012).

Grafik 4: Verzicht auf Aktivitäten im Internet, Vorjahresvergleich (eigene Darstellung nach BITKOM 2011: 34, BITKOM 2012: 15)

Grafik 4: Verzicht auf Aktivitäten im Internet, Vorjahresvergleich

Erstmals wurden bei der BITKOM-VSN auch Kriterien für Kundenvertrauen unter Privatpersonen und Unternehmen abgefragt (siehe Grafik 5). Während für Privatpersonen die Themen Datensicherheit, Datenschutz und transparente AGB die Toptreiber für Vertrauen im b2c-Bereich darstellen, geben Unternehmen mehrheitlich Offline-Aspekte wie Kommunikation, Mitarbeiterauftritt, Betreuung und persönliche Ansprechpartner als Schlüsselvariablen an.

Grafik 5: Kriterien für Kundenvertrauen (Quelle: BITKOM 2012: 21)

Grafik 5: Kriterien für Kundenvertrauen

Google Trends liefert für „BITKOM“ + „Vertrauen und Sicherheit im Netz“ keine Ergebnisse. Bei Google Scholar werden für die Begriffe „BITKOM“ + „Vertrauen und Sicherheit im Netz“ zwei Treffer gelistet – darunter eine DIVSI-Publikation. Der verhältnismäßig geringe Einfluss auf die öffentliche Wahrnehmung spiegelt sich im Ranking wider: Dort belegt die BITKOM-VSN-Studie den 6. Platz.