5. Zusammenfassung

Das vorliegende Diskussionspapier zeigt, welche Studien und Indikatoren bereits existieren, die die Themenkomplexe Vertrauen und Internet behandeln. Die bisherigen Studien scheinen von der (branchenspezifischen) Öffentlichkeit generell wahrgenommen und nachgefragt zu werden. Dies signalisiert einen relativ großen Bedarf für Vertrauensmessung in der digitalen Welt.

Die Studien basieren alle auf repräsentativen Umfragen und erscheinen mehrheitlich auf regelmäßiger Basis. Insgesamt können die Indikatoren / Studien in den Bereichen Vertrauenskonstrukt und Messmethode jedoch wenig überzeugen. Bei den meisten Indikatoren wird von den Teilnehmern direkt eine Vertrauenseinschätzung abgefragt. Lediglich ein Index misst Vertrauen indirekt über eine Kombination aus verschiedenen Vertrauensdimensionen. Etwaige Treiber und Verhaltensimplikationen werden in den meisten Studien nicht diskutiert. Kein Index ist derzeit in der Lage, als Fieberthermometer für aktuelle und langfristige Entwicklungen zu fungieren.

Das Papier hat vier alternative Messmethoden skizziert, die grundsätzlich in der Lage sind, Vertrauen in der digitalen Welt „besser“ zu messen als die bestehenden Indikatoren. Ein neuer umfragebasierter Index könnte die Vorteile der bisherigen Studien vereinen, um mehr über „Vertrauen in der digitalen Welt“ zu erfahren und Relevanz zu entwickeln. Laborexperimente bieten die Möglichkeit, den Einfluss von Vertrauen auf Entscheidungen robust zu messen. Eine virtuelle Vertrauensbörse könnte in der Masse hinterlegte Erwartungen und Ängste abfragen und diesbezügliche Trends aufzeigen. Ein zusammengesetzter Vertrauensindex hätte den Vorteil, bereits dezentral existierende Informationen zu aggregieren und in Echtzeit darzustellen. Dennoch sind auch diese Alternativen nicht frei von methodischen oder praktischen Problemen. Sie sind insofern als offene Diskussionsgrundlagen zu verstehen, um den kritischen Diskurs um Vertrauensmessung in der digitalen Welt weiter anzuregen.