2. Bestehende Indikatoren bzw. Studien

Die folgende Übersicht bezieht sich auf Indikatoren, die Vertrauen in der digitalen Welt analysieren. Ziel ist es, die bestehenden Studien hinsichtlich des gewählten Vertrauenskonstrukts, der Erhebungsform und jeweiligen Relevanz zu organisieren, um daraus a) den Mehrwert eines neuartigen Vertrauensindex und b) Best-Practice-Richtlinien aus den bestehenden Ansätzen abzuleiten. Die Auswahl berücksichtigt aus diesem Grund auch Studien, die nicht als wiederholtes Instrument zur Messung von Vertrauen in der digitalen Welt angelegt sind, sowie Erhebungen, bei denen die Themen Vertrauen und Internet nicht im Zentrum der jeweiligen Untersuchung stehen. Im Gegenzug werden Studien, die sich nur mit „Vertrauen“ oder nur mit dem „Internet“ beschäftigen, in dieser Übersicht nicht berücksichtigt.

Insgesamt wurden die folgenden sieben Indikatoren bzw. Studien ausgewertet:

  1. Digital Influence Index (DII)
  2. Schweizer Datenvertrauensindex (SDVI)
  3. VIR Vertrauenspanel (VIR-VP)
  4. GfK Global Trust Report (GfK-GTR)
  5. GPRA Vertrauensindex (GPRA-VI)
  6. BITKOM-Studie „Datenschutz im Internet“ (BITKOM-DI)
  7. BITKOM-Studie „Vertrauen und Sicherheit im Netz“ (BITKOM-VSN)

Die Indikatoren/Studien basieren durchgängig auf umfragebasierten Erhebungen, die in Zusammenarbeit mit verschiedenen Marktforschungsunternehmen durchgeführt wurden.1 Alle Studien ziehen für die jeweilige Grundgesamtheit repräsentative Stichproben. Die vollständigen Fragenkataloge mit Detailergebnissen sind in der Regel nicht öffentlich zugänglich. Ebenso werden Zielgruppen bzw. erwarteter Nutzen häufig nicht genannt. Da es sich bei allen Auftraggebern um Unternehmen oder Interessenverbände handelt, ist in diesem Zusammenhang von mehrheitlich kommerziell geleiteten Interessen auszugehen. Dies legen auch die jeweiligen Schwerpunkte der Studien nahe.

Zur Bestimmung der Relevanz eines Indikators/einer Studie für die öffentliche Wahrnehmung wurde eine Kombination aus Google-Trends-Suchvolumina – als Proxy für öffentliches Interesse – und Google-Scholar-Trefferlisten – als Proxy für wissenschaftliches Interesse – gewählt. Das darauf basierende Ranking konnte bis auf die Positionen 2 und 3 konfliktfrei erstellt werden.

  1. Einzige Ausnahme ist der GfK-GTR, der direkt von der GfK erstellt wurde. []